Der Kindergartentag beginnt morgens mit der “Bringphase“. Die Kinder werden von ihren Bezugspersonen (Eltern, Großeltern, Bekannte etc.) in den Gruppenraum gebracht und dort von den zuständigen Erziehern/innen begrüßt.

Diese persönliche Begrüßung durch das Fachpersonal ist besonders wichtig, da zum einen die Aufsichtspflicht der Erzieher/innen erst dann beginnt und zum anderen diese den Kindern direkt zu Beginn einen leichten und positiven Einstieg in den Kindergartentag bietet. Besonders für Kinder unter drei Jahren, aber auch für ältere Kinder ist eine Begrüßung durch die Bezugserzieher/innen wichtig. Sie geben den Kindern emotionalen Halt und Sicherheit und helfen ihnen somit dabei sich leichter von den Eltern zu lösen. Durch den Aufbau einer positiven Erzieher-Kind-Beziehung entsteht eine vertrauensvolle Bindung und ermöglicht ein erfolgreiches Ankommen in der Gruppe.

Die Zeit während der Bringphase können die Kinder im Freispiel verbringen. Das freie Spiel hat einen hohen pädagogischen Stellenwert in der Erziehungsarbeit. Hier lernt das Kind seine Umwelt und Mitmenschen kennen und kann sich aktiv mit ihnen Auseinandersetzen. Es werden Lernprozesse im sozialen, emotionalen und kognitiven Bereich in Gang gesetzt.
Mit “Freispiel“ wird die Zeitdauer oder Situation bezeichnet, in der die Kinder:

– ihren Spielort selbst wählen können.

– frei entscheiden können, was sie tun möchten.

– frei entscheiden können, mit wem sie etwas tun möchten.

– frei entscheiden können, welche Spielmaterialien sie nutzen möchten.

– den Spielverlauf frei bestimmen können.

– Intensität und Tempo ihres Tätigseins bestimmen.

– sich dem Tun hingeben oder sich selbst eine Aufgabe stellen.

 

Während des Freispiels steht das Fachpersonal den Kindern Stets als motivierender, anregender Ansprechpartner und Helfer zur Seite.
Das U3-Kind wird in diesem morgendlichen Prozess von den Bezugserziehern/innen behutsam motiviert und bei der Erkundung der verschiedenen Lebenssituationen mit den unterschiedlichen Anforderungen unterstützt.
Die Bringphase endet um 9:00 Uhr mit dem täglich stattfindenden Morgenkreis. Hier treffen sich die Kinder der einzelnen Gruppen, um sich gemeinsam mit ihren Erziehern/Erzieherinnen zu begrüßen. Gemeinsam wird dann der Ablauf des Tages und der Kalender (Tag, Monat, Jahr, Wetter, Jahreszeit) besprochen und anschließend die tägliche Wissensfrage aus dem Mauskalender geklärt.

Je nach Situation wird dann noch wahlweise eine kleine Geschichte vorgelesen oder ein Lied gesunden, ein Finger- oder Kreisspiel angeboten. Zudem wird den Kindern im Morgenkreis immer wieder Raum zum Erzählen gegeben – über Anlässe, Ereignisse und Themen, die für sie wichtig sind und wie sie sich fühlen.

Der Morgenkreis ist ein wichtiges Ritual für die Kinder. Rituale sind wichtige Bestandteile im Tagesablauf, da sie den Kindern ein Gefühl der Sicherheit und Orientierung vermitteln.

Um den Kindern einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, bitten wir die Eltern, die Bringphase pünktlich zu beenden. Damit jedes Kind an dem Morgenkreis teilnehmen kann, wird die Gruppentür um 9:00 Uhr geschlossen und erst um 9:30 Uhr wieder geöffnet.
Für Kinder, die am Vormittag z.B. einen Arzttermin haben, zur Logopädie oder Ergotherapie gehen, finden individuelle Absprachen statt.

Unsere Kleinsten können im Rahmen ihres Entwicklungsstandes ebenfalls am Morgenkreis teilnehmen. Sie haben aber auch die Möglichkeit mit ihrem Bezugserzieher/ ihrer Bezugserzieherin in dieser Zeit ganz nach Interesse und Entwicklungsstand und nach ihren individuellen Bedürfnissen zu spielen.

Im Anschluss an den Morgenkreis findet in allen Gruppen um ca. 9:30 Uhr das gemeinsame Frühstück statt. Hier nehmen die Kinder gemeinsam mit ihren Erziehern/Erzieherinnen in familienähnlicher Atmosphäre ihr mitgebrachtes, gesundes Frühstück ein.

In regelmäßigen Abständen (in der Regel donnerstags) wird gemeinsam mit den Kindern ein Frühstück zubereitet. Das sogenannte “Aktionsfrühstück”.
Die hierfür benötigten Zutaten werden von den Eltern mitgebracht. Dazu hängt eine Zu-tatenliste an der Pinnwand der Küche aus, in der sich die Eltern auf freiwilliger Basis eintragen können. Die Frühstücksphase endet um ca. 10:00 Uhr.

Im Anschluss haben die Kinder dann die Möglichkeit, den Kindergarten als vielfältiges Raumangebot zu nutzen. Dabei können sie nach Absprachen mit den jeweiligen Erziehern/innen z. B. andere Gruppen besuchen, das Außengelände, das Bällebecken, den Flurbereich oder diverse Lernwerkstätten nutzen. Im Laufe des Morgens finden zusätzlich beispielsweise gezielte Angebote, themenbezogene Projekte, Sprachförderprogramme, besondere Integrationsangebote und/oder angeleitete Beschäftigungen, wie z.B. Klanggeschichten, Liedeinführungen oder kreative Angebote statt. Diese richten sich nach den jeweiligen Themen und Interessen der Kinder.
An dem Bewegungsangebot in der gegenüberliegenden Sonnenberghalle (Turnhalle) können die Kinder teilnehmen sobald sie Windelfrei sind. Dieses Angebot findet n der Regel zweimal wöchentlich statt – zum Einen für die Kinder im Alter von drei bis vier Jahren und zum Anderen für die Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahre. Zudem wird einmal wöchentliche Psychomotorik angeboten – für eine begrenzte Anzahl an Kindern in Kleingruppen. Die Kinder, die nicht an einem Angebot teilnehmen, verbringen die Zeit im Freispiel.
Das gemeinsame Aufräumen im Gruppenraum wird in Absprache mit den Erziehern/innen von ein bis zwei Kindern durch ein Signal (z.B. durch das Läuten einer Glocke oder das Singen eines Aufräumliedes) angekündigt.
Nach dem Aufräumen erfolgt – je nach Situation und Wetterlage – entweder ein gemeinsames Anziehen mit anschließendem Besuch des Außengeländes oder ein Spaziergang.
Des Weiteren werden je nach Wetterlage in regelmäßigen Abständen Waldtage angeboten. Diese können von windelfreien Kindern aus allen Gruppen am bestimmten Freitagen (Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben) genutzt werden.
Um kurz vor 12:00 Uhr findet in den Gruppen ein kleiner Abschlusskreis statt. Hier werden die Kinder mit einem Abschiedslied verabschiedet, die bereits um 12:00 Uhr abgeholt werden.
Um 12:00 Uhr beginnt dann die erste Abholphase, die um 12:15 endet. Nun beginnt das Mittagessen für die Übermittagskinder. Von 13:00 bis 14:00 Uhr ist eine Ruhe- & Schlafenszeit für alle Kinder im Kindergarten.
Anschließend werden die Kinder entweder um 14:15 Uhr abgeholt oder in die sogenannte „15:00 Uhr-Gruppe“ oder „16:15 Uhr-Gruppe“ verteilt (je nach Abholzeit). Hier haben die Kinder der verschiedenen Gruppen erneut die Chance ihr Freispiel zu vertiefen.
Um 14:15 Uhr startet die zweite Abholphase. Dies betrifft vor allem die sogenannten 35 Stunden “Blockbucher”. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit für die 35 Stunden “Geteiltbucher” bis 16:15 Uhr den Kindergarten erneut zu besuchen. Um einen geregelten Nachmittag zu gewährleisten, bitten wir die Eltern Ihre Kinder stets zu den vorgegebenen Abholzeiten entweder um 15:00 Uhr oder um 16:15 Uhr abzuholen.
Damit endet ein spannender Kindergartentag.

„Kinder brauchen einen Alltag mit festem Rhythmus und klarer Struktur.
Nur dann fühlen sie sichsicher und geborgen.“
(Herder – Kindergarten & Pädagogik, Marit Borcherding)